Meine erste Saft-Fasten-Kur

Meine erste Saft-Fasten-Kur

Als Fastenleiterin finde ich es wichtig mich immer wieder mit dem Fasten auch praktisch auseinanderzusetzen. So habe ich das Fasten fest in mein Leben integriert. Manchmal faste ich mit der Gruppe in Chorin mit. Das ist sehr praktisch, denn zum Essen bleibt da oft wenig Zeit. Außerdem habe ich durch das Wandern auch ausreichend Bewegung und zusätzlich kann ich mich immer wieder einzufühlen, wie es meinen Teilnehmern während der Woche geht.

In diesem Herbst wollte ich mal wieder für mich fasten. Kennt ihr das: Wenn man mit einem Gedanken im Kopf durchs Leben geht, dann dauert es nicht lang bis er konkret wird. So bin ich beim Stöbern im Internet auf einen Online Saft-Fasten-Kurs gestoßen. Kurzentschlossen habe ich mich angemeldet. Der Zeitpunkt passte gut. Ich hatte gerade eine heftige Vollkornbrot mit Butter (Fr)Ess-Attacke, aus der ich ausbrechen wollte. Online ließ sich auch gut in meinen Alltag mit den Kindern integrieren (dachte ich zumindest). Außerdem habe ich beim Fasten immer einen gehörigen Energieschub und genau den brauchte ich gerade sehr. Der Blog, ein Mailing und einiges organisatorische für Weihnachten haben viel Zeit in Anspruch genommen. Also Saft-Fasten virtuell.

Bisher hatte ich immer Buchinger-Fasten gemacht und auch mehrere Male reines Wasser-Fasten. Ich war sehr gespannt wie das wird. Bevor es losgehen sollte bekam ich per E-Mail eine genaue Anleitung für die Woche, einen Tagesplan und einen Wochenablauf an den man sich ja nach Alltagssituation halten konnte. Auch der Link für eine geschlossenen Facebook- Gruppe was dabei. Fasten 2.0.

Im Unterschied zum Buchinger-Fasten bei dem die Saftmenge auf ca. 250ml begrenzt ist, darf man beim Saft-Fasten soviel Saft trinken wie man mag. Wichtig ist: es sollte überwiegend Gemüsesaft sein, da das Gemüse die Ausleitung der Gifte sanft anregt im Gegenteil zu reinen Obstsäften, welche eine heftige Entgiftung hervorrufen können. Soweit die Theorie. Wichtig: man muss die gleiche Menge an Wasser zu trinken. Das bedeutet praktisch: 2 Liter Saft brauchen 2 Liter Wasser damit die gelösten Gifte auch ausgeschieden werden können. Und noch eine Unterschied: beim Saftfasten gibt es keine Gemüsebrühe am Abend, diese habe ich bei dem kalten Wetter schmerzlich vermisst.

Der Tagesplan sah vor: 2 mal am Tag 1-1,5 Liter Saft (oder bei Bedarf gern mehr) und 3(!) Liter Wasser über den Tag verteilt. Dazu morgens und abends eine große Tasse Detox-Tee. Für mich war diese Trinkmenge eine echte Herausforderung. Neben dem vielen Trinken hatte ich das Gefühl die Hälfte des Tages auf dem Klo zu verbringen.

Abgeführt wurde nicht mit Glaubersalz sondern mit Kassia Fistula. Das ist die Frucht einer Pflanze die nicht nur abführen sondern auch Gifte binden soll. Ich kenne Kassia noch aus der Zeit in der ich reine Rohkost gegessen habe. Persönlich mag ich den Geschmack nicht so sehr, aber darüber lässt sich ja bekanntlich streiten. Es ist sicher für alle die, die große Probleme mit Glaubersalz haben eine echte Alternative. Ich habe Kassia am ersten Fastentag morgens um 10.00 Uhr eingenommen. Die Wirkung setze am Nachmittag gegen 16.00 ein, mit einigen Darmkrämpfen. Das kenne ich von Glaubersalz, welches ich bisher immer problemlos vertragen habe gar nicht. Nach dieser Erfahrung bleibt Glaubersalz das Mittel der Wahl für mich. Vor allem wegen der langen Zeit von Einnahme der Kassia bis die Wirkung endlich einsetzte. Das nervte mich doch sehr. Beim Glaubern ist es ja meistens nach 1-2 Stunden vorbei. Selten dauert es mal bei einem Teilnehmer länger als 4 Stunden. Aus der Facebook- Gruppe habe ich erfahren, dass es bei einigen anderen gar nicht gewirkt habe.              Wie auch immer, der Einstieg ins Saft-Fasten war mit etwas Verzögerung geglückt.

Die ersten beiden Tage brachten kleinere Übergangsbeschwerden, etwas Kopfdruck und Müdigkeit. Der Alltag mit den Kindern lenkte mich recht gut ab, kein größeres Problem. Der dritte, vierte und fünfte Tag wurden leider nicht besser. Im Gegenteil: ich fror, war sehr müde, und etwas antriebslos. Auch schlief ich schlecht, das kenne ich vom Buchinger- Fasten auch da ist mein Schlaf sehr oberflächlich.

Das Schlimmste jedoch war und das kenne ich gar nicht von bisherigen Fastenkuren: ich hatte ständig beißenden Hunger. Am Vormittag ging es ganz gut, aber gegen Mittag ging es richtig los und hielt bis zu Abend ungebremst an. Vielleicht kam das ja auch, weil am Nachmittag die Kinder aus der Schule kamen und ich dann mit Essen/Abendbrot zu tun hatte. Das auf dem Tagesplan verordnete frühe Schlafengehen kam mir zu Hilfe. dennoch ich konnte nur an essen denken. Das Vollkornbrot mit Butter verfolgte mich regelrecht. Ich überlegt mir schon anstatt mit einem Apfel mit einer Butterstulle fasten zu brechen. Ich hielt durch und brach das Fasten mit einem Apfel am 7. Tag.      Der von mir so ersehnte Energieschub trat leider nicht ein. Der November mit seinem trüben Wetter legte sich mir aufs Gemüt. Vielleicht lag es am Alltag, daran das ich nebenher die Kinder versorgt habe, am einkaufen und kochen, am kalten Herbstwetter?

Am Ende kann ich sagen: Wann immer möglich werde ich in einer realen Gruppe fasten, weg vom Alltag und das wichtigste: mit viel Bewegung. Obwohl ich jeden Tag morgens eine Stunde und am Nachmittag nochmal eine gelaufen bin hat mir doch das Wandern gefehlt und ich vermute auch, das ich dadurch nicht in den die Fasten-Euphorie reingekommen bin, die sich sonst immer bei mir beim Fasten eingestellt.

Trotzdem war es eine gute Erfahrung, ich habe einiges neues gelernt und auch kennengelernt, einige sehr interessante Anregungen bekommen für die Gruppe und viele neue Saftkreationen ausprobiert. Zum Beispiel habe ich zum ersten mal Süßkartoffel und Topinambur entsaftet. Wie das schmeckt? Probiert es im nächsten Jahr;-)

Viele Liebe Grüße

Eure Cordelia